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Katzen

Mittlerweile teilen wir unser Leben mit 11 Katzen, die "nach und nach" größtenteils vom Tierheim zu uns umgezogen sind. Mein Wechsel ins Katzenhaus des Tierheims Dechanthof war folgenschwer, sozusagen. ;-)) Unsere Miezen leben bei uns im Haus (Kratzbäume haben sich schon in jede Ecke eingeschlichen...) und können seit Sommer 2009 auch den Innenhof + Garten nutzen, da wir endlich mit dem Projekt "Garten-Absicherung" fertig sind. Die Herrschaften sind natürlich froh darüber - und ich beruhigt, weil ich so sicher sein kann, keine meiner Katzen am Straßenrand wieder zu finden. "Soviele" Katzen sind natürlich auch ein Riesen-Aufwand. Ich komme von meiner Tierpfleger-Arbeit sozusagen heim und habe fast den selben Reinigungsaufwand Zuhause nochmal. Unsere Katzenklo`s haben die Größe von Kaninchenkäfig-Bodenwannen angenommen und unser Futter wird im 15 kg Format gekauft... Bereits ohne Tieraztkosten (die natürlich, vor allem bei meiner "Handicap-Bande", immer wieder dazukommen) belaufen wir uns auf knapp 200 EUR Futterkosten. Das vor allem auch deshalb, weil einige Katzen mit Futtermittelunverträglichkeiten dabei sind. Ich füttere meinen Katzen an Trockenfutter z.B. Acana, Select Gold oder Royal Canine. Dosenfutter (ca. 60 Dosen im Monat) gibt es in Form von Carny, Mac`s, VetConcept oder TigerMenü... Ein bis zweimal pro Woche ersetzen wir das Dosenfutter durch Rohfleisch (Hühnerflügerl, ganzes Huhn "katzengerecht zerlegt", Putenherzen, etc.), wovon die klenen Raubtiere natürlich besonders begeistert sind.

Mein persönliches Fazit aus dem Zusammenleben mit der Samtpfotenbande: Man muss einfach wissen, ob man für die Arbeit, die mit einer solch großen Katzengruppe verbunden ist, "auf Dauer geschaffen" ist. Am Abend von der Arbeit heimkommen und danach noch Zuhause "Grundputz" veranstalten, Raubtierfütterung abhalten UND noch Zeit für die Tiere zu haben ist nicht immer leicht. Natürlich waren auch einige Eingewöhnungen neuer Tiere mit Stress verbunden und es dauerte teilweise lange, bis sich alles so weit eingespielt hat, dass man von Verträglichkeit sprechen konnte. Es ist aber dennoch sehr schön und auch faszinierend, wie die "sozialen Beziehungen" sich immer wieder aufs Neue verändern und sich auch immer wieder neue Partnerschaften bilden. Es gibt keine Raufer in der Gruppe, maximal einige "Stänkerer", die eben auf ihr eigenes Klo und ihre eigene Futterschüssel bestehen. Eine wichtige Aufgabe für mich als "Coach" ist daher das Beobachten und Erkennen von solchen Problemen, um regulierend eingreifen zu können. So besteht unser Zwerg auf ein Schlafkörbchen auf unserem Kleiderschrank, weil er sich da halt ganz sicher fühlt und nicht durch aufgrindgliche, ihm einfach zu wilde Spiele der anderen bedrängt wird. Oder Felicitas, die nach wie vor der Meinung ist, dass sie ihr eigenes Klo im Badezimmer braucht, weil ihr sonst die anderen ja vielleicht zuschauen könnten. Oder Cäsar, der nur von einer Einzelschüssel frisst, ja nicht vom Teller mit den anderen gemeinsam, iiihhh.... *augenverdreh* Ich kann aber sagen, dass es im Großen und Ganzen gut funktioniert und wir uns oft fragen, wo wir denn unsere elf Katzen versteckt haben, weil sie nie wirklich alle gleichzeitig auffindbar sind (das verteilt sich dann auf Garten, Nebengebäude, ein paar im Haus drinnen...). Ausweichplätze sind das A und O, "katzenfreie" Zonen gibt es daher bei uns nicht.

  

 


Unsere Katzen im Porträt...



Sammy und Chipsy:
(2007 geboren, alle beide gesund)

 

Chipsy (links) und Sammy (rechts) sind unser "Dream Team". Sie sind keine Geschwister, stammen aber von benachbarten Bauernhöfen, wo sie als Kitten die Kuhställe unsicher gemacht haben.... Sie sind im April 2007 bei uns eingezogen und waren meine ersten "eigenen Katzen" nach meinem Einzug in unserem neuen Haus. Sammy ist unser "Abenteurer", kann aber auch ein richtiger Schmusekater sein. Chipsy ist unser "Papakind", eine total anhängliche Schmuserin, die einfach jeden um den Finger wickelt.



Felicitas:
(ca. 2000 geboren, chronische Entzündungen, Niere)



Felicitas kam im November 2007 zu unserer Katzensippe dazu. Sie ist ca. 2000 geboren und stammt vom Tierheim Dechanthof, wo sie im extrem abgemagerten Zustand abgegeben wurde. Sie fraß zwar wie ein Scheunendrescher, legte aber nicht zu. Da sie immer viel Aufmerksamkeit verlangte und in den Katzenräumen "unterging", war sie am Gang des Katzenhauses untergebracht, den sie ganz für sich allein hatte. Als dann durch einen Brand im Tierheim die Heizung ausfiel, nahm ich Felicitas kurzerhand "auf Pflege" mit, damit sie - dieses Knochengerüst von Katze - nicht auch noch das mitmachen musste.

Wir ließen Felicitas durchchecken und fanden auch bald den Grund für ihr Untergewicht, ihre Bauchspeicheldrüse war nämlich stark geschädigt. Der Amylase-Wert im Blut war gigantisch. Das heißt, sie konnte ihre Nahrung praktisch nicht umsetzen, was sich auch am extrem stinkenden und gelblichen Kot (unverdautes Fett!) bemerkbar machte. Seither bekommt Felicitas besonders gut verdauliche Diät-Kost (z.B. Huhn mit geriebenen Karotten) und die Verdauungs-Enzyme zugefüttert, die ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend produzieren kann. Bereits nach den ersten vier Wochen merkte man eine rapide Besserung. Felicitas hatte schon deutich zugelegt und die Amylase ging auf die Hälfte des Ausgangswertes zurück. Wir hofften, dass die regelmäßigen Blutkontrollen weiterhin positiv ausfallen. Und wir haben Glück gehabt - bei den letzten Blutanalysen war schon gar keine Werterhöhung mehr festzustellen. Wir konnten die Medikamente bereits langsam absetzen und das Kapitel "Bauchspeicheldrüse" scheint abgeschlossen zu sein. Geblieben ist ihr ein leicht erhöhter Kreatinin-Wert (Niere), weshalb sie ihre Diät-Kost beibehält und nierenunterstützende Medikamente bekommt, sonst ist sie organisch aber wieder "fit".

Die Eingewöhnung von Felicitas hat sich anfangs als sehr stressig erwiesen, weshalb ich die ersten Wochen absolut nicht sicher sagen konnte, ob sie dauerhaft bleiben konnte oder doch nur "auf Pflege" hier war. Sie gebährte sich nämlich als totale "Diva". Sie scheuchte unsere anderen Katzen und die Hunde herum wie eine Furie und auch mit meinem Mann hatte sie so ihre Probleme. Felicitas bekam anfangs also ihr "eigenes" Zimmer (mein Arbeitszimmer). Das war ihr "heiliges Reich". Ein paar Mal am Tag durfte sie dann unter Aufsicht Ausflüge durch den Rest des Hauses unternehmen. Diese Ausflüge dauerten anfangs maximal eine Stunde, später dann auch mal den ganzen Vormittag und schließlich stand die Tür dann ganztags offen. Ich hoffte, ihr auf diese Weise die Gewöhnung an die anderen Katzen etwas leichter zu gestalten und dadurch natürlich auch den Stress bei den anderen Katzen zu reduzieren. Letztendlich hat es zum Glück geklappt. Auch wenn Felicitas von den anderen Fellmonstern eher ihre Ruhe haben will - sie haben sich arrangiert und akzeptieren sich. Und Felicitas weiss ganz genau, wann ich "gaaaanz ihr" gehöre, denn vorm PC zu sitzen, ohne sie auf dem Schoss zu haben, ist praktisch unmöglich. Dann (und zum Glück nur dann) kommt auch noch immer wieder die "eifersüchtige Diva" in ihr durch. ;-))

Update, August 2009:

Was soll ich sagen - ihre organischen Probleme hatten wir gelöst, jetzt gings nach ein paar Monaten "Stillstand" aber wieder "ans Eingemachte". Felicitas hatte bereits bei der Übernahme einige kleine Tumore im Gehörgang (Polypen) und litt auch ein einer mal mehr oder weniger starken, chronischen Zahnfleischentzündung. Die Polypen wucherten leider immer weiter und verursachten Entzündungen im Gehörgang. Seit Mitte 2008 stand Felicitas regelmäßig unter Delvosteron- und Cortison-Therapie. Die Lage hat sich aber dennoch so weit zugespitzt, dass ihr nur durch eine Groß-OP geholfen werden konnte. Die OP hat 3 Stunden gedauert, über 400 EUR und viele Nerven gekostet... aber Felix hat es geschafft. Die Polypen wurden operativ entfernt, das umliegende Gewebe großräumig abgenommen. Und der Gehörgang des permanent entzündeten Ohres wurde chirurgisch erweitert, sodass sich kein Eiterherd mehr bilden kann bzw. kein "Eitersee im Ohr" mehr möglich ist. Aufgrund der chronischen Zahnfleischentzündung wurden außerdem fast alle Zähne entfernt, da die Zahnsubstanz bereits so schlecht war, dass die Zähne teilweise schon abgebrochen sind. Geblieben sind nur drei Reißzähne. Nach diesem großen Eingriff war Felicitas erstmal ein paar Tage "down", stand unter Schmerzmittel und natürlich Antibiotika. Aber sie hat es überstanden - die chronischen Schmerzen sind weg. Jetzt hoffen wir, dass sie ohne "weitere Komplikationen" alt werden kann.



Der Zwerg:
(2008 geboren, leichter chronischer Schnupfen)



Unser Zwerg ("Zwuck") ist am 4.4.2008 im Tierheim Dechanthof geboren. Er war damals sehr krank und überlebte als einziger aus seinem Wurf. Ich habe ihn damals per Hand aufgezogen, da er sonst keine Chance gehabt hätte. Siehe: Aufzucht vom Zwergenkind.... (Link) Heute ist er gar nimmer sooo klein, aber für einen Kater schon ein "Zwucki". Er leidet unter leichtem chronischen Schnupfen, das heißt er kämpft mit chronischer Bindehautentzündung, die nie wirklich ausheilt und niest zeitweise, hat aber sonst zum Glück keine Probleme. Seine besten Freunde sind heute Nuki, Abby und Ashanti, auch Sammy ist sowas wie sein "großer Bruder" geblieben. Von Menschen will Zwuck trotz Handaufzucht eher nichts wissen. Er kommt ganz selten mal kurz zum streicheln her, es ist ihm aber nie so ganz geheuer. Leckerlis holen und um Futter betteln, darin ist er König, aber angreifen lassen, iihhhh... Zwuck ist eher ein Raudi, mag spielen und herumbalgen, ist aber definitiv keine Streichelkatze - muss er aber auch nicht sein.



Arabella ("Bella"):
(ca. 2004 geboren, leichter chronischer Schnupfen)



Die hübsche Bella lebt seit November 2008 bei uns. Sie stammt ebenfalls vom Tierheim, wo sie in total verwahrlostem Zustand abgegeben wurde. Sie war total verfloht und abgemagert. Ich denke, sie war entweder schon längere Zeit entlaufen oder wurde ausgesetzt, denn sie hatte unzählige blutige Kratzer und vor lauter Flöhen eine total aufgescheuerte Haut. Sie konnte mit diesem massiven Flohbefall unmöglich noch bei jemandem im Haus gelebt haben, denn man war selbst voller Flöhe, wenn man sie auch nur kurz berührt hat. Ein paar Flohbäder und Flohampullen später war dieses Problem aber erledigt und ihre Haut hat sich nach ein paar Wochen ebenfalls wieder beruhigt. Kurz nachdem sie im so geschwächten Allgemeinzustand ins Heim gebracht wurde, erlitt Bella eine starke Schnupfen-Infektion, die sie knapp überlebt hat. Leider ist ihr dieser chronische Schnupfen geblieben. Er macht sich aber zum Glück "nur" mehr durch eine chronische Bindehautentzündung bemerkbar, die trotz intensiver Behandlung nie wirklich ausheilen will. Bei Bella`s Kastration wurde ein Megacolon festgestellt, eine angeborene Verbreiterung des Darms, der zu Verdauungsproblemen führen kann. Bella wird mit Premium-Futter guter Qualität ernährt und diesbezüglich auch immer im Auge behalten, hat zum Glück aber bislang noch nie Schwierigkeiten aufgrund des Megacolons gehabt.

Bella ist eine völlig freundliche Katzendame, die - entgegen der allgemeinen Meinung, Perserkatzen seien "lebendige Zierkissen" - sogar viel spielt und sehr unternehmungslustig ist. Es sieht immer extrem ulkig aus, wenn sie z.B. mit einem Blatt im Garten spielt oder "ihre wilden fünf Minuten" hat und wie ein wild gewordener Teddybär im Haus auf- und abjagt. Bella dürfte ungefähr 2004 geboren sein. Durch sie bin ich zu einem Fan dieser Rasse geworden, auch wenn ich Perser "mit Nase" noch viel hübscher finde als die "flachgesichtige" Variante. Aber das "Mopsgesichtchen" ist halt Bella`s Markenzeichen.



Ashanti:
(2008 geboren, gesund)



Das ist Ashanti, ihreszeichens ebenfalls eine hübsche Perserdame, geboren im August 2008. Sie durfte im Dezember 2008 bei uns einziehen und ist sozusagen unsere allererste (und einzige) Katze, die direkt vom Züchter stammt. Was soll ich sagen - Bella hat mich wohl mit dem "Perservirus" infisziert. ;-)) Ashanti ist eine total aufgeschlossene und bei alles und jedem zutrauliche Katze, wenn auch nicht unsere intelligenteste. ;-)) Sie glaubt auch nach mehreren missglückten Versuchen, dass man auf der Wasseroberfläche der Badewanne laufen kann (ätsch!) und möchte Fensterscheiben "durchgraben", wenn sie auf der anderen Seite ein Vogerl sieht. ;-)) Aber Ashanti ist eine total vertrauenswürdige junge Dame mit schier endloser Geduld, wenn es z.B. um die Fellpflege geht. Sie ist sehr auf unsere anderen Katzen aus dem "Jungtrupp" (Zwerg, Nuki, Abby) fixiert und sehr sozial. Ohne andere Katzen wäre sie definitiv unglücklich. Sie spielt gerne bei den anderen mit und ist so gar nicht "perserlike", wenn sie dem Zwuck hinterherjagt oder "Beute" (meist nur Grashalme...) unter lautem Miauen ins Haus bringt.



Cäsar:
(ca. 2004 geboren, "Dreibein" durch Hinterbein-Amputation)



Cäsar ist der dritte Perser in unserer Runde und unser "Sorgenkind Nr. 1" (gleich nach Felicitas...). Er wurde vom Tierheim Dechanthof auf Anweisung des zuständigen Amtstierarztes bei einer "Tierhändlerin" beschlagnahmt. Es handelte sich dabei um eine Dame, der schon jahrelang (aus guten Gründen!) ein Tierhalteverbot auferlegt wurde, die aber dennoch bei jeder amtstierärztlichen Kontrolle wieder etliche Vierbeiner unter horrenden Umständen bei sich beherbergte. Sie macht Geschäft mit kranken und teils bereits zum Tode verurteilten Hunden und Katzen, ein ewiges Drama, dass wohl erst jetzt mit ihrer Inhaftierung (sie hat sich glücklicherweise mittlerweile mehr als "nur" Tierquälerei zu Schulden kommen lassen, was vor Gericht endlich zählte) ein Ende haben wird.

Cäsar war anfangs im Tierheim sehr, sehr ruhig und versteckte sich nur ("Sensibelchen"), erst als er aktiver wurde, konnte man das genaue Ausmaß seiner Behinderung erkennen. Er hinkt und zieht das rechte Hinterbein "nutzlos" nach. Die Muskulatur hat sich komplett abgebaut, der Fuß verkrüppelt immer mehr und im Herbst 2009 musste Cäsar bereits monatelang "Socken" tragen, damit der Fuß nicht wund wird. Mehrere Tierarztbesuche und Computertomographien später wissen wir nun, dass Cäsar an Lymphingitis leidet, eine Nierenzyste hat und das Hinterbein aller Wahscheinlichkeit nach kurz vor der Amputation steht, da die Schmerztherapie in der Zwischenzeit (über ein Jahr) nicht mehr wirklich greift. Wir hoffen natürlich sehr, dass ihm das eine Erleichterung verschafft, müssen aber noch weitere Untersuchungen abwarten.

Leider ist er auch total unsauber, benutzt also wenn überhaupt nur sehr selten das Katzenklo. Cäsar hat aber einen unbrechbaren Willen. Trotz der vielen Komplikationen - gerade "die Sockenzeit" war nicht leicht für ihn - hat er sich seine Lebenslust erhalten, spielt auch ab und zu kleinere Runden "Balli fangen" und lässt uns durch sein Verhalten hoffen, dass wir ihn noch eine Weile eine schöne Zeit gönnen können. Cäsar wird zwar zeitlebens "seine eigene Putzfrau" brauchen, aber das nehmen wir in Kauf, solange es ihm ansonsten gut geht. Leider überschätzt er sich manchmal etwas, da er aufgrund der Schmerzmittel weniger beeinträchtigt ist. So kommt es vor, dass er den Kratzbaum rauf- und runterklettert wie ein Wilder, danach aber wieder eine lange Auszeit braucht. Cäsar wohnt nun Jänner 2009 bei uns, ist ungefähr 2004 geboren und ist trotz seiner Handicaps ein sehr, sehr liebenswürdiger Kater, der nichts als Schmusen will. Ich bereue es absolut nicht, den Schmusebär nach seiner folgenschweren Diagnose in der Tierklinik (für die ich ihn eigentlich nur "auf Pflege" mit hatte...) nicht mehr ins Tierheim zurückgebracht zu haben.

Update, Jänner 2010:


Cäsar nach der OP (26.1.2010)

Die Möglichkeit der Hinterbein-Amputation schwebte ja schon längere Zeit im Raum, bestätigt wurde dieser Entschluss aber letztendlich erst nach dem letzten CT (Computertomographie), welches wir im Jänner 2010 anfertigen ließen. Sein rechtes Hinterbein hat sich immer mehr zurückgebildet, die Muskulatur hatte sich abgebaut und der Fuß verkrüppelte immer mehr und verursachte Schmerzen, die wir mit Schmerztherapie nicht mehr in den Griff bekamen. Eine genaue Diagnose, weshalb sein Fuß so "ist wie er ist", stand leider auch nach dem CT nicht fest, jedoch war eindeutig klar, dass eine Amputation Cäsar Erleichterung schaffen würde. Wir haben uns daher zu diesem großen Schritt entschlossen. Es ging um "alles oder nichts", weil es konnte nicht mehr so weitergehen. Cäsar war vor der OP nur mehr müde, lustlos, hatte Schmerzen, konnte kaum mehr zehn Schritte gehen, es war ein auf und ab. Die ersten Tage nach der Amputation waren natürlich auch sehr niederschmetternd. Cäsar wollte nichts fressen, nichts trinken, sich nicht bewegen, nur matt herumliegen. Er hat es aber geschafft. Mittlerweile hat er wieder gehen gelernt, spielt wieder, frisst wieder, lässt sich sogar endlich wieder bürsten (was aufgrund der Schmerzen vor der Amputation schon lange nicht mehr möglich war). Es kostete einige Zeit Intensiv-Betreuung. Alleinlassen konnte man ihn die ersten Wochen überhaupt nicht. Und vor allem: Es kostete vieeeele Nerven. Aber nach der Amputation geht es Cäsar um vieles besser als zuvor. Wir sind froh, dass wir trotz der vielen Bedenken diesen Schritt gewagt haben.



Nuki:
(2009 geboren, Kleinhirn-Ataxie)



Katze Nr. 8 und damit die "allerletzte" ist unsere Tigermaus, genannt Nuki. Sie wurde im Juni 2009 im Alter von ca. 3 Wochen auf einem Dachboden ohne Mutter weit und breit gefunden und vom Bereitschaftsdienst des Tierheims Dechanthof abgeholt. Meine Pfleger-Kollegin, die mir dieses kleine Monster spätabends vorbeigebracht hat, ist Schuld, dass wir uns nicht mehr von der Kleinen trennen konnten. ;-)) Markus hat sich nämlich derart in die Kleine verliebt, dass mir sonst die Scheidung gedroht hätte. Fotos vom kleinen, damals noch blauäugigen Monster siehe Nuki als Baby... (Link) Die süße Maus war leider an Katzenseuche erkrankt, die sie nur haarscharf überlebt hat. Das war keine leichte Zeit, denn sie war ein paar Tage lang schon mehr tot als lebendig und hat nur durch Intensiv-Pflege in der Tierklinik überlebt. Zurück geblieben ist von dieser Virus-Infektion eine neurologische Störung, die dafür verantwortlich ist, dass unser "Wackeldackel" mit den Hinterbeinen nur schlecht koordinieren kann und dementsprechend sehr tollpatschig ist. Trotzdem ist sie heute eine unverwüstlich robuste Mieze, eine richtige Kämpfernatur. Sie wächst mit unseren Hunden auf und ist ständig am herumspielen mit den anderen Katzen. Unsere "Arche Noah" ist damit aber trotzdem endgültig voll. ;-))



Abby:
(2009 geboren, doppelter Leistenbruch)



"Arche Noah voll" - denkste! Das dachte ich mir, als mir im September 2009 im Tierheim dieses schreinde Bündel von Katze in die Hand gedrückt wurde. Frisch operiert, Narben über den ganzen Bauch, und das im zarten Alter von 8 Wochen. Siehe Abby nach der OP... (Link) Die kleine Abby wurde als Fund-Tier zum Tierheim Dechanthof gebracht und hatte einen doppelten Leistenbruch mit vorgefallenem Darm. Sie musste notoperiert werden und es stand lange nicht fest, ob die Vernähung der Brüche in ihrer Bauchwand halten würde, da sie ein sehr rissiges und schwaches Bindegewebe hatte. Es hätte uns jederzeit passieren können, dass die Bauchwand wieder aufreißt und sie erneut operiert werden hätte müssen. Also nix da mit "Arche voll", Abby ist nach der OP gleich mit zu uns nach Hause gezogen. Sie hat sich zu einem total süßen Kätzchen gemausert und zeigte damals immer stolz ihren Narbenbauch her, damit ja alle sehen, wie tapfer sie war. Heute ist Abby eine junge feine Dame geworden, die sehr an den anderen Katzen hängt. Sie ist total sozial und ständig mit irgendjemdem aus der Truppe gemeinsam unterwegs. Abby kommt auch sehr gerne schmusen und lässt sich immer brav ihren Bauch kontrollieren. Wie sich bei ihrer Kastration gezeigt hat, hat Abby ein Lock in ihrer Bauchdecke zurückbehalten, das heißt, die Gefahr von neuen Komplikationen bleibt leider immer bestehen. Wir hoffen aber, dass es mit ihr so unkompliziet wie bisher weitergeht und sie mit ihrer "anatomischen Besonderheit" alt werden kann.



Alice und Lupo:
(2007/2008 geboren, starker chronischer Schnupfen, Futtermittelallergien, Alice Schlaganfall-Patientin)

 

Alice ist eine fast ganz weiße, ca. 2007/2008 geborene Kätzin. Lupo ein schwarz-weißer, ebenfalls ca. 2007/2008 geborener Kater. Beide sind kastriert. Alice wurde im Februar 2009 als Fund-Tier am Dechanthof abgegeben und war damals abgemagert und hochträchtig. Sie bekam ihre Jungen im Tierheim, die aber aufgrund Alice`s Schnupfenerkrankung alle innerhalb weniger Tage starben. Alice hat den Tod ihrer Babys nur schwer verkraftet, denn sie war "die perfekte Mami". Es hat mir damals das Herz gebrochen, ihr zuerst über die Geburt hinwegzuhelfen (bei der sie lautstark Zuwendung forderte... sie wollte damals ja nicht mit den Wehen alleine bleiben) und dann mitansehen zu müssen, wie all ihre Jungen starben. An ihre "Mama-Zeit" ist uns nur ein Foto (Link) als Andenken geblieben.

Lupo dagegen wurde im Juli 2009 von seinen Besitzern nach deren Umzug einfach zurück gelassen und irrte wochenlang umher, bis eine Nachbarin das Tierheim verständigte. Alice und Lupo haben sich sozusagen "im Tierheim gefunden" und sind unzertrennlich. Ich übernahm beide im November 2009 "auf Pflege", da ich es nicht mehr mit ansehen konnte, wie Alice im Tierheim litt. Alice zeigte Verhaltensstörungen (Schweinwerferjagen entlang vom Fenster, oft die ganze Nacht hindurch... Nase wundreiben an der Fensterscheibe...) und hatte es sich nach ihrer langen, traurigen Geschichte endlich verdient, "ein Zuhause" zu haben.

Das "Problem" von beiden ist, dass es sich um starke chronische Schnupfer handelt. Lupo ist nicht so schlimm betroffen, er hat meistens nur tränende Augen und niest etwas. Alice dagegen braucht mehrmals täglich Nasenspülungen, um gut Luft zu bekommen, da sie sehr stark "rotzt". Langwierige Therapien mit verschiedenen Antibiotika, Entzündungshemmern und auch Interferon-Therapien erbrachten leider keine dauerhafte Besserung. Wir können immer nur ihre Symptome behandeln und ihren Zustand stabilisieren, "gesund" wird sie aber nie sein. Vom Futter her werden Alice und Lupo eher mit besserem Premium-Futter ernährt, da sie diese Stärkung fürs Immunsystem einfach brauchen. Eine Futtermittelallergie kann man bei Alice leider auch nicht ganz ausschließen, da sie auf "billiges" Futter erbricht. Außerdem leidet Alice an einer starken chronischen Zannfleischentzündung, die immer wieder mal Medikamente erfordert.

Update, Juni 2010:

Alice erlitt im Juni 2010 einen Schlaganfall, den sie nur knapp überlebt hat. Sie war die ersten Tage nicht einmal dazu in der Lage, zu stehen, geschweige denn selbständig zu fressen oder zu gehen. Sie hat alles wieder neu lernen müssen. Zum Glück hat sie es geschafft. Nach knapp einer Woche stationärem Aufenthalt in der Tierklinik konnte ich Alice wieder abholen. Sie ist zwar behindert, aber hat trotzdem noch Spaß am Leben. Sie hat oft noch große Gleichgewichtsprobleme, hält den Kopf schief und "sieht eigenartige Dinge" (sie "redet" mit einem Blumentopf, pfaucht ein herumliegendes Spielzeug an als wäre es Satan höchstpersönlich undsoweiter....). Sie ist ein bisschen in ihrer eigenen Welt, aber ich denke man sieht ihr an, dass ihr diese Welt durchaus so weit gefällt, dass sie trotz Behinderung eine gute Lebensqualität hat. Sie ist seither noch viel anhängicher, total verschmust und hängt auch immer noch extrem an ihrem Lupo. Wir haben uns nach der Genesung von Alice dazu entschlossen, beide fix zu behalten, ihnen also keine Vermittlung mehr zuzumuten. Es ist noch nicht gewiss, wie es mit Alice weitergeht, denn ein Schlaganfall bei einer so jungen Katze ist sehr ungewöhnlich und weitere Komplikationen sind leider nicht auszuschließen. Wir möchten sie weiter gut im Auge behalten - Alice und Lupo (intern "Mami" und "der Schlumpf" genannt) dürfen hier bleiben.